Titel: Dochtstände - typische Dochtstände und ihre Ursachen
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Dochtverwendungstabelle>>

Die Brenndauer und das Brennergebnis (und somit die subjektive Einschätzung der Kerzenqualität) werden maßgeblich vom Brennverhalten des Dochtes bestimmt.

Immer wieder bekommen wir Anfragen, warum eine Kerze nicht so abbrennt, wie der Kunde/Hersteller es sich wünscht; wir möchten daher an dieser Stelle auf die typischen Brennverhalten eines Dochtes eingehen: 

Optimaler Dochtstand

Der Docht kommt gerade aus der Kerze und biegt sich an der Spitze zur Flammengrenze hin, wo er in der „Glüh-Zone“ mit der bekanntlich höchsten Temperatur unter Einwirkung von Sauerstoff vollständig verbrennt.

Docht verformt sich als Korkenzieher

Entsteht entweder durch ungleichmäßige Spannung im Garn während des Flechtvorganges oder durch zwei Garne mit unterschiedlicher Fadenzahl. Auch Dochtstränge, die sich vor dem Einlegen in die Kerzen verzwirnen, können die Ursache sein.

Zu dicker Docht

Die Flamme ist im Verhältnis zum Kerzendurchmesser zu groß und neigt zu Rußbildung.

Docht steht zu aufrecht

Diese Butzen sind wahrscheinlich das bekannteste und lästigste Brennproblem. Der Docht krümmt sich nicht, so daß die Spitze des Dochtes nicht die Außenseite der Flamme erreicht, wo bekannterweise die höchste Temperatur zu verzeichnen ist, die wiederum eine komplette Kohlenstoffverbrennung sicherstellt.

Gründe:

(1) Beimischungen, wie Blei, Zink, Papier etc. verhindern, daß sich der Docht krümmt.

(2) Verunreinigungen, wie Hartwachse, Additive, Farb- und Duftstoffe etc. verstopfen den Docht und verhindern eine Biegung.

Zu dünner Docht

Durch die Flamme schmilzt mehr Wachs, als der Docht verbrennen kann. Die Brennschüssel füllt sich mit flüssigem Wachs, das schließlich überfließt oder tropft.

Docht fällt um

Der Docht ist zu locker in der Kerze. Dies passiert vor allem bei gepreßten Kerzen, wenn der Dochtführer nicht richtig eingestellt ist. Dies kann aber ebenso bei gegossenen Kerzen auftreten, wenn die Dochte zu viel Spiel haben.

Zu kurzer Docht

Durch Verunreinigungen in der Wachszubereitung verschmutzt der Docht. Die Flamme wird kleiner, die Brennschüssel füllt sich mit flüssigem Wachs, und die Kerze tropft. Bei extremen Bedingungen kann die Flamme sogar erlöschen. Ursache sind Verunreinigungen nicht organischer Natur in der Wachszubereitung: Hartwachs, Kunstwachse, Farbstoffe (speziell Pigmente) und Duftöle.

Docht qualmt

Diese Art der Rußbildung wird durch Zugluft verursacht. Kerzen sollten in einem zugfreien Bereich brennen.

Docht biegt sich zu stark

Die Ursache kann weiches Paraffin (starke Penetration) oder eine unzureichende Dochtpräparation sein. Ein speziell behandelter Docht steht in weichem Paraffin besser als ein normal behandelter Docht. Dies ist oft bei gepreßten Kerzen der Fall. Normal behandelte Dochte biegen sich zu stark, wenn sie in gepreßten Kerzen verwendet werden. Deshalb wird für gepreßte Kerzen ein speziell behandelter und geflochtener Docht empfohlen.

Docht knickt ein

Hierbei handelt es sich um einen Flechtfehler, z.B. eine nicht geflochtene Stelle im Docht.

Docht bildet Aschenreste

Die Aschebildung wird durch Verunreinigungen in der Wachszubereitung verursacht. Die nicht verbrannten Materialien sammeln sich am Ende des Dochtes in Form von dünnen Fäden und evtl. sogar in Form eines doppelten Dochtes. Durch eine spezielle Dochtbehandlung kann ein gewisser Anteil an Verunreinigungen komplett verbrannt werden.